Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin
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Bürgerkonferenz Xenotransplantation

Achtzehn Bürgerinnen und Bürger nehmen an der Münchener Bürgerkonferenz zum Thema Xenotransplantation teil

22.05.2019

English Version: Citizen Conference on Xenotransplantation

Von Februar bis April 2019 ist unser Institut an drei Wochenenden Gastgeber für eine Bürgerkonferenz zur Xenotransplantation gewesen. Achtzehn Bürgerinnen und Bürger aus München und Umgebung kamen an diesen Wochenenden zusammen und diskutierten über medizinische, ethische, psychologische und soziale Aspekte der Xenotransplantation, d.h. der Übertragung tierischer Organe und Gewebe auf den Menschen. Die Bürgerkonferenz fand im Rahmen des DFG-finanzierten Sonderforschungsbereichs zur Xenotransplantation (www.klinikum.uni-muenchen.de/SFB-TRR-127/de/) statt.
Das Ziel der Bürgerkonferenz zur Xenotransplantation war es, den teilnehmenden Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich zu diesem bisher kaum bekannten Thema zu informieren, sie zu Wort kommen lassen und ihrer Stimme einen Raum geben.
Das verschriftlichte Ergebnis der Konferenz, das Bürgervotum, welches eine kritische Stellungnahme der Teilnehmenden zur Xenotransplantation beinhaltet, finden sie hier.

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Die Bürgerkonferenz Xenotransplantation am 1. Konferenzwochenende im Februar 2019

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                            Die Übergabe des Bürgervotums an die beiden Sprecher des DFG-Forschungsprojekts
                            Prof. Dr. Eckhard Wolf und Prof. Dr. Dr. h.c. Bruno Reichart am 7. April 2019.


Was ist eine Bürgerkonferenz?

Eine Bürgerkonferenz ist ein innovatives Beteiligungsverfahren, in dem Bürgerinnen und Bürger sich mit Hilfe von erfahrenen Moderatorinnen oder Moderatoren eine Meinung zu einem gesellschaftlich relevanten und strittigen Thema bilden und diese Meinung an Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft oder der Presse übermitteln. Dabei entscheiden die Bürgerinnen und Bürger selbst, welche Themenaspekte sie besprechen wollen, welche Fragen an Expertinnen und Experten gestellt werden und welche Inhalte in die abschließend veröffentlichte Stellungnahme, das Bürgervotum, kommen.

Wie verläuft die Bürgerkonferenz?

Die Bürgerkonferenz findet an drei Wochenenden statt. Am ersten Wochenende lernen sich die Teilnehmenden kennen und erhalten Überblicksinformationen zu Xenotransplantation. Fragen werden formuliert, die an verschiedene Sachverständige gestellt werden. Am zweiten Wochenende werden Sachverständige geladen. Diese werden und deren Aussagen diskutiert. Am dritten Wochenende wird eine Stellungnahme erarbeitet, die die kritische Beurteilung der Teilnehmenden zu Xenotransplantation enthält.

Wie erfolgte die Auswahl der Teilnehmenden?

5000 Adressen wurden vom Kreisverwaltungsreferat zur Verfügung gestellten Adressen in München und deren Nachbargemeinden wurden angeschrieben. Aus den eingegangenen Bewerbungen wurden 20 Teilnehmende ausgelost. Dabei wurde auf eine ausgewogene Verteilung von Alter und Geschlecht geachtet.

Was ist Xenotransplantation?

Xenotransplantation bezeichnet die Übertragung von Zellen, Gewebe oder Organen zwischen verschiedenen Spezies. In der medizinischen Forschung wird vor allem daran gearbeitet, Zellen und Organe vom Schwein auf den Menschen zu verpflanzen. Inselzellen (Insulin produzierende Zellen) vom Schwein sollen Patient*innen mit Typ-1-Diabetes mellitus insulinunabhängig machen. Organe vom Schwein, vor allem das Herz, sollen eine Alternative zu menschlichen Organen darstellen, welche nicht in ausreichender Anzahl vorhanden sind.

Warum eine Bürgerkonferenz zum Thema Xenotransplantation?

Eine zukunftsfähige Biotechnologie wie die Xenotransplantation erfordert eine qualifizierte Meinungsbildung in der Gesellschaft. Die Xenotransplantation wirft verschiedene Fragen auf, welche die Gesellschaft als Ganzes betreffen: Wie wollen wir mit Tieren in unserer Gesellschaft umgehen? Als potenzielle Patient*innen können wir alle von der Xenotransplantation profitieren. Im Falle von Infektionskrankheiten, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden, sind wir gleichzeitig alle potenzielle Risikoträger. Wie wägen wir die Chancen gegenüber den möglichen Risiken der Xenotransplantation ab?
Die Bürgerkonferenz bietet die Möglichkeit herauszufinden, welche Einstellung informierte Bürgerinnen und Bürger zur Xenotransplantation haben und wie sie die aufgeworfenen ethischen Fragen beantworten.

Wer organisiert die Bürgerkonferenz Xenotransplantation?

Die Bürgerkonferenz Xenotransplantation wird vom Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin der LMU München organisiert.

Kontakt:
Johannes Kögel
Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin
Ludwig-Maximilians-Universität München
Lessingstr. 2, 80336 München
Tel.: 089/2180-72776
Mail: buergerkonferenz@med.uni-muenchen.de

Wer finanziert die Bürgerkonferenz Xenotransplantation?

Dieses Projekt ist Teil eines Sonderforschungsbereichs zur Xenotransplantation (www.klinikum.uni-muenchen.de/SFB-TRR-127/de/) und wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert.