Institut für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin
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Die Bedeutung nonverbaler Verhaltensäußerungen für Entscheidungen über künstliche Ernährung und Flüssigkeitsgabe bei Patienten mit fortgeschrittener Demenz

Leitung: PD Dr. Dr. Ralf J. Jox
Kooperationspartner: Prof. Dr. Gian Domenico Borasio; Christian Kolb
Mitarbeiter: Dr. Katja Kühlmeyer
Doktorandin: Anna F. Schuler
Förderung: Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft; Lehre@LMU
Laufzeit: Juni 2012 - Dezember 2015

In diesem Projekt beschäftigen wir uns mit der Bedeutung nonverbaler Verhaltensäußerungen bei der Nahrungs- und Flüssigkeitseingabe von Patienten mit fortgeschrittener Demenz. Unter Bedeutung verstehen wir einmal die Interpretation solcher Äußerungen, andererseits das Gewicht der Äußerung als Argument für einen Lebens-/Sterbewunsch des Patienten, wenn Entscheidungen über lebensverlängernde Maßnahmen notwendig werden. Um zunächst die gegenwärtige Praxis zu erforschen, führen wir eine empirische Mixed-Methods-Studie mit Pflegenden und Ärzten durch, die häufig mit Menschen mit Demenz umgehen und in Entscheidungen über künstliche Ernährung und Flüssigkeitsgabe involviert sind. Eine qualitative Interviewstudie mit Experten ermöglicht die Analyse „typischer“ Situationen, eine quantitative Umfrage mit Pflegenden eine Beschreibung der Häufigkeit solcher Situationen, der Interpretationen typischer Verhaltensäußerungen durch die Pflegekräfte und ihr subjektiv eingeschätztes Gewicht wenn über künstliche Ernährung und Flüssigkeitsgabe entschieden wird. Darauf aufbauend analysieren wir, welche Gründe identifiziert werden können, nonverbale Verhaltensäußerungen bei Menschen mit fortgeschrittener Demenz als Willensäußerungen oder Hinweise auf das Wohlbefinden des Patienten zu interpretieren. Die Ergebnisse dieser Studien sollen dazu beitragen, Entscheidungsprozesse bei Patienten mit fortgeschrittener Demenz zu verbessern.